D-Junioren richteten hochkarätiges Vorbereitungsturnier aus / Kiel-Nachwuchs auf Platz zwei

Junior-Sund-Cup geht nach Sasel

22.08.19 - Großenbrode – Am Sonnabend wurde der 1. Junior-Sund-Cup in Großenbrode ausgetragen. Die D-Junioren der SG JSG Fehmarn/SV Großenbrode konnten als Gastgeber ein hochkarätiges Teilnehmerfeld begrüßen. So waren der Nachwuchs von Holstein Kiel, VfB Lübeck, SC Weiche Flensburg 08 und der TSV Sasel zu diesem Vorbereitungsturnier an den Sund gereist.

Gespielt wurde 2x15 Minuten auf einem 9er-Feld im Modus jeder gegen jeden. Bei wechselhaftem Wetter setzte sich am Ende der TSV Sasel ungeschlagen durch. Der TSV erzielte ein Torverhältnis von 17:2 und kam mit zwölf Punkten auf die Maximalausbeute. Auf Platz zwei folgte Holstein Kiel (13:4/9). Mit einer 1:5-Niederlage gegen Sasel zog der Störche-Nachwuchs den Kürzeren. Platz drei belegte der SC Weiche Flensburg 08 (9:12/4) vor dem VfB Lübeck (4:16/3). Die gastgebende SG (4:10/1) war mit Platz fünf ein guter Gastgeber. Den Weiche-Kickern rang die SG ein 2:2 ab.

„Das Niveau war sehr ausgeglichen, und es fielen insgesamt 90 Tore“, teilten die Veranstalter in einer E-Mail an die FT-Sportredaktion mit. Die SG habe sehr gut mithalten und viel Erfahrung sammeln können. Jede Mannschaft erhielt einen hochwertigen Spielball. Der TSV erhielt zusätzlich einen großen Pokal.

A-Junioren der SG siegreich im Testspiel

 

Am Sonntag gewannen die A-Junioren der SG JSG Fehmarn/SV Großenbrode in Dänschendorf ein Testspiel gegen die JSG Isenbüttel-Gifhorn (Bezirksliga Braunschweig Nord) mit 5:4 (3:2). Bereits in der zweiten Spielminute schoss der B-Junior Phil Baumgarn nach einer Balleroberung und einem Alleingang das 1:0. Nach einem Einwurf von halb rechts schnürte Baumgarn früh seinen Doppelpack (6.). Nach toller Kombination von Innenverteidiger Michel Schwenn gingen die Gastgeber nach einem Doppelpass durch Rico Wetendorf sogar mit 3:0 in Front (16.). Ein Stellungsfehler der Viererkette ermöglichte den Gästen durch Nick Zielke den ersten Treffer (20.). Danach passten die Platzherren erneut nicht auf und der agile Luca-Elias Rothert verkürzte zum 3:2 (24.). 

Nach dem Seitenwechsel führte ein Ballverlust von Blau-Schwarz zum Ausgleich. Fatmir Bartolen soll laut SG-Verantwortlichen von einer vermeintlichen Abseitsstellung beim 3:3 profitiert haben (61.). 

Gegen die klassenhöheren Gäste kam die Heimelf wider Erwarten noch einmal zurück. Enéias Kardel traf nach Freistoß aus dem Getümmel (68.) und nach Zuckerpass von Kjell-Oke Meier zum vorentscheidenden 5:3 (71.). Nicht ganz glücklich sah der sonst starke Keeper Justin Beck beim Tor des besten Gästespielers Luca-Elias Rothert aus (75.). Danach hielt Beck den verdienten Sieg aber stark fest. 

Enéias Kardel, Rico Wetendorf (7) und Miguel Phillipig gegen Jannis Langhorst. Foto: R.Paul
Enéias Kardel, Rico Wetendorf (7) und Miguel Phillipig gegen Jannis Langhorst. Foto: R.Paul

" Unser Willi "

Noch ist lange nicht Schluss für den wahrscheinlich ältesten aktiven Trainer Deutschlands. Willi Weidenstraß trainiert die B-Jugend der JSG Fehmarn (Schleswig-Holstein). Seine Devise: "Stärken statt Schwächen aufzeigen".

"Guten Tag, ich bin Willi Weidenstraß, der älteste Trainer neben Otto Rehagel und Trappatoni - mit dem Unterschied, dass ich einen Job habe." So stellte sich der 80-Jährige jüngst auf dem Fortbildungslehrgang in Malente vor. Dass er tatsächlich der älteste Trainer Deutschlands ist, konnte selbst der DFB auf Anfrage des Sportbuzzers nicht zweifelsfrei klären. Aber entscheidend ist ohnehin sein Motto: „ Ich mache solange weiter, wie der Körper es zulässt“, stellt der 80-Jährige klar und schnürt auch in der kommenden Saison seine Schuhe als Trainer für die B-Jugend der JSG Fehmarn. Auf seinem Weg zum Coach verlief, bedingt durch Höhen und Tiefen, nicht alles planmäßig...

 

Gladbachs Nationalspieler Peter Meyer in seinem Schicksalsspiel verwickelt

 

Mit zehn Jahren bestritt er kurz nach dem Krieg bei einem der wenigen Turniere sein erstes Spiel für den DC Noethausen. Mit 33 endete seine Laufbahn als Spieler abrupt: Schienbeinbruch, Oberschenkelbruch und sämtliche Bänder gerissen. Karriereende. Und das alles in einem unwichtigen Freundschaftsspiel. Einem, in dem der Gladbacher Peter Meyer sich dazu bereit erklärte, mitzuspielen, da er häufig das Vereinsheim des TuS Gräfenbruch besuchte. Erst durch seine Zusage kam es überhaupt zu diesem Spiel. Auf große Euphorie folgte durch die Verletzung eine schwierige Zeit im Leben des jungen Weidenstraß. Erst sieben Monate später konnte Willi Weidenstraß wieder richtig laufen, ehe er nach zwei Jahren wieder auf dem Feld stand. Doch nun nicht mehr als Spieler, sondern als Trainer. Der Beginn einer Ära.

 

"Nie mehr verlangen, als man selber kann bzw. konnte"

Schon im Alter von 25 hatte er neben seiner Spielerkarriere erste Trainererfahrungen gesammelt. Fortan aber galt sein Augenmerk nur noch dem Trainieren. Seine Philosophie: „Nie mehr verlangen, als man selber kann bzw. konnte“. Über Jahrzehnte hinweg legte sich Weidenstraß Ordner mit von ihm entworfenen Trainingsübungen an. „Wenn Sie meine Ordner sehen würden“, sagt er und lacht herzlich, „manche sagen, schreib doch ein Buch!“

 

 

Der wohl älteste Trainer Deutschlands betont, dass das Ganze für ihn "nicht nur ein Job, sondern seine Leidenschaft" sei, etwas wo er sein ganzes Herzblut reinstecken könne. Seit jeher an seiner Seite ist seine Frau, die er mit 25 kennenlernte, sie war damals 17. Sie half und unterstützte ihn bei einer Fahrradtour mit den D-Junioren zu einem Auswärtsspiel gleich zu Beginn, während seiner schweren Verletzung und auch jetzt immer noch, denn er hat eine Sehschwäche, die es ihm inzwischen verbietet, selbst Auto zu fahren. So fährt sie ihn zu "jedem Training, zu jedem Spiel" und natürlich auch im Sommer, wenn alljährlich "Willis kleine Fußballschule" ansteht.

 

 

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Der SHFV informiert über die neuen Regeln. 

 

Diese wurden von DFB-Lehrwart Lutz Wagner wegen der besseren Verständlichkeit um entsprechende Erläuterungen ergänzt.

Von Handspiel bis Elfmeter: Das sind die neuen Regeln

Anfang März haben die "Regelhüter" des International Football Association Board (IFAB) und der Weltfußball­verband FIFA Regeländerungen beschlossen, die dem Schiedsrichter die Tätigkeit erleichtern sollen. Diese gelten in Deutschland seit dem 1. Juli. DFB.de gibt einen Überblick.

 

Regel 3: Spieler

Ein Spieler, der ausgewechselt wird, muss …

– das Spielfeld über die nächste Begrenzungslinie verlassen, es sei denn, der Schiedsrichter zeigt an, dass der Spieler das Spielfeld direkt und sofort an der Mittellinie oder an einer anderen Stelle verlassen darf (z.B. aus Sicherheitsgründen oder wegen einer Verletzung),

– sich sofort in die Technische Zone oder die Umkleidekabine begeben und darf nicht mehr am Spiel teilnehmen; es sei denn, Rückwechsel sind zulässig.

 

DFB-Lehrwart Lutz Wagner: Eine sehr sinnvolle Änderung, die hilft, das Zeitschinden zu minimieren. Oft haben sich Spieler in der Endphase einer Partie vor ihrer bereits angezeigten Auswechslung an eine Position weit weg von der Mittellinie, wo sie das Feld verlassen mussten, begeben und sind dann aufreizend langsam vom Platz gegangen, damit der Vorgang möglichst lange dauert.

Es kann Ausnahmen von der neuen Regel geben, wenn der Spieler das Spielfeld schnell an der Mittellinie verlassen kann, auf einer Trage vom Platz gebracht wird oder seine Sicherheit gefährdet ist, weil er zum Beispiel an der gegnerischen Fankurve vorbeimuss.

Der ausgewechselte Spieler muss sich umgehend in die Technische Zone oder die Umkleidekabine begeben, um Konfrontationen mit Auswechselspielern, Zuschauern, Team- oder Spieloffiziellen zu verhindern. Verstößt er gegen diese Regel, kann er wegen unsportlichen Betragens mit „Gelb“ bestraft werden.

 

Regel 5: Schiedsrichter

Der Schiedsrichter kann Teamoffizielle, die sich nicht verantwortungsbewusst verhalten, verwarnen (Gelbe Karte) oder sie vom Spielfeld und dessen unmittelbarer Umgebung einschließlich der Technischen Zone entfernen lassen (Rote Karte). Kann der Täter nicht identifiziert werden, wird die Disziplinarmaßnahme gegen den höchstrangigen Trainer in der Technischen Zone ausgesprochen.

 

Wagner: Die Tests mit Verwarnungen und Feldverweisen für unsportliches Betragen von Teamoffiziellen, also Trainern oder Betreuern der Vereine, verliefen erfolgreich und offenbarten deutliche Vorteile. Die Tatsache, dass im Zweifel der höchstrangige Trainer, also der Chef, bestraft wird, dürfte die Suche nach dem wirklich Schuldigen erleichtern. Der ideologische Hintergrund: Er ist für das Verhalten der übrigen Teamoffiziellen verantwortlich.

Ein verletzter Spieler darf nicht auf dem Spielfeld behandelt werden. (…) Ausnahmen von der Verpflichtung zum Verlassen des Spielfelds bestehen nur, wenn ein Strafstoß verhängt wurde und der verletzte Spieler der Schütze ist.

Wagner: Das ist im Sinne des Fair-Play-Gedankens. Bisher konnte auch ein als sicherer Schütze bekannter Spieler den Strafstoß nicht ausführen, weil er das Spielfeld nach der Behandlung verlassen musste und es erst nach der Spielfortsetzung, in diesem Fall dem Strafstoß, wieder betreten durfte.

 

Regel 8: Beginn und Fortsetzung des Spiels

Das Team, das beim Münzwurf gewinnt, entscheidet, auf welches Tor es in der ersten Halbzeit spielt oder ob es den Anstoß ausführt.

 

Wagner: Durch die Regeländerungen der vergangenen Jahre ist der Anstoß dynamischer geworden (zum Beispiel kann mit dem Anstoß direkt ein Tor erzielt werden). Dem wird gerecht, dass der Spielführer, der den Münzwurf gewinnt, sich auch für den Anstoß entscheiden darf und nicht automatisch Platzwahl hat. Das gegnerische Team darf dann wählen, auf welches Tor es in der ersten Halbzeit spielt.

Der Schiedsrichter-Ball erfolgt mit dem Torhüter des verteidigenden Teams in dessen Strafraum, wenn zum Zeitpunkt der Unterbrechung …

– der Ball im Strafraum war oder

– die letzte Ballberührung im Strafraum erfolgte.

In allen anderen Fällen erfolgt der Schiedsrichter-Ball mit einem Spieler des Teams, das den Ball zuletzt berührt hat, an der Stelle, an der der Ball zuletzt von einem Spieler, einer Drittperson oder von einem Spieloffiziellen berührt wurde. Alle anderen Spieler (beider Teams) müssen einen Abstand von mindestens vier Metern zum Ball einhalten, bis der Ball im Spiel ist.

 

Wagner: Das bisherige Verfahren bei Schiedsrichter-Bällen führte oft zu "künstlichen" und unlauteren Spielfortsetzungen (zum Beispiel, indem ein Einwurf tief in der gegnerischen Hälfte verursacht wurde) oder zu Konfrontationen. Der Schiedsrichter-Ball erfolgt mit einem Spieler des Teams, das den Ball zuletzt berührt hat (bzw. in Ballbesitz war). Damit soll der Vorteil, der vor der Unterbrechung bestand, wiederhergestellt werden.

 

Regel 9: Ball in und aus dem Spiel

Das Spiel wird mit einem Schiedsrichter-Ball fortgesetzt, wenn der Ball einen Spieloffiziellen berührt, aber auf dem Spielfeld bleibt und …

– ein Team einen aussichtsreichen Angriff auslöst/startet,

– der Ball direkt ins Tor geht,

– der Ballbesitz wechselt.

 

Wagner: Dass ein Team einen Vorteil erlangt oder gar ein Tor erzielt, nachdem der Ball versehentlich von einem Spieloffiziellen – also einem Mitglied des Schiedsrichter-Teams – berührt wurde, wird jetzt ausgeschlossen. Das langjährige geflügelte Wort "Der Schiedsrichter ist Luft" gilt in diesen Fällen nicht mehr.

 

Regel 12: Fouls und unsportliches Betragen

Es ist ein Vergehen, wenn ein Spieler …

– den Ball absichtlich mit der Hand/dem Arm berührt (einschließlich Bewegungen der Hand/des Arms zum Ball),

– in Ballbesitz gelangt, nachdem ihm der Ball an die Hand/den Arm springt und er danach …

– direkt mit der Hand/dem Arm (ob absichtlich oder nicht) ins gegnerische Tor trifft (gilt auch für den Torhüter),

– zu einer Torchance kommt.

Ein Vergehen liegt in der Regel vor, wenn ein Spieler den Ball mit der Hand/dem Arm berührt und …

– seinen Körper durch die Hand-/die Armhaltung unnatürlich vergrößert,

– sich seine Hand/sein Arm über Schulterhöhe befindet (außer der Spieler spielt den Ball vorher absichtlich mit dem Kopf oder dem Körper – einschließlich des Fußes – und der Ball springt ihm dabei an die Hand/den Arm).

Ein Vergehen liegt auch vor, wenn der Ball in einer der obigen Situationen direkt vom Kopf oder Körper (einschließlich des Fußes) an die Hand/den Arm eines anderen, nahe stehenden Spielers springt.

Abgesehen von diesen Vergehen liegt in folgenden Situationen, in denen der Ball an die Hand/den Arm eines Spielers springt, in der Regel kein Vergehen vor:

– Der Ball springt direkt vom eigenen Kopf oder Körper (einschließlich des Fußes) des Spielers an dessen Hand/Arm.

– Der Ball springt direkt vom Kopf oder Körper (einschließlich des Fußes) eines Spielers an die Hand/den Arm eines anderen, nahe stehenden Spielers.

– Die Hand ist nahe am Körper und die Hand-/Armhaltung vergrößert den Körper nicht unnatürlich.

– Ein Spieler berührt den Ball im Fallen mit der Hand/dem Arm, wobei sich seine Hand/sein Arm zum Abfangen des Sturzes zwischen Körper und Boden befindet und nicht seitlich oder senkrecht vom Körper weggestreckt wird.

Die Umformulierung wurde nach folgenden Grundsätzen vorgenommen:

– Der Fußball akzeptiert kein Tor, welches mit der Hand/dem Arm erzielt wurde, auch wenn es versehentlich ist.

– Der Fußball erwartet, dass ein Spieler für ein Handspiel bestraft wird, wenn er Ballbesitz/Ballkontrolle erlangt und daraus ein Tor oder eine klare Torchance entsteht.

– Es ist natürlich, dass ein Spieler den Arm beim Fallen zwischen Körper und Boden hält, um sich abzustützen.

– Wenn die Hand/der Arm über der Schulter ist, liegt selten eine natürliche Körperhaltung vor und der Spieler trägt mit dieser Position des Arms/der Hand das Risiko − auch beim Tackling.

 

Wagner: Insgesamt sind nun mehr Fälle explizit beschrieben und eindeutig geklärt. Ein mit der Hand erzieltes Tor zählt generell nicht, die Frage nach der Absicht stellt sich in diesem Fall überhaupt nicht. Auch ist es bis auf wenige Ausnahmen strafwürdig, wenn sich der vom Ball getroffene Arm oberhalb der Schulter befindet. Das sind für alle nachvollziehbare Parameter. Die Grauzone und der Ermessensspielraum für die Schiedsrichter sind zwar durch die detaillierten Beispiele bei einigen Handspielen kleiner geworden, es wird aber weiterhin Streitfälle geben.

Für den Torhüter gelten beim Handspiel außerhalb des eigenen Strafraums die gleichen Regeln wie für alle übrigen Spieler. Innerhalb des Strafraums kann der Torhüter für kein Handspiel, das mit einem direkten Freistoß oder einer entsprechenden Strafe geahndet wird, bestraft werden, sondern nur für ein Handspiel, das einen indirekten Freistoß zur Folge hat. Berührt der Torhüter den Ball unerlaubterweise innerhalb des eigenen Strafraums mit der Hand/dem Arm, wird ein indirekter Freistoß, aber keine Disziplinarmaßnahme verhängt.

Ein indirekter Freistoß wird gegeben, wenn ein Torhüter innerhalb des eigenen Strafraums den Ball …

– mit der Hand/dem Arm berührt, nachdem er den Ball freigegeben hat und bevor dieser von einem anderen Spieler berührt wurde,

– mit der Hand/dem Arm berührt; es sei denn, er hat den Ball bei einem Klärungsversuch eindeutig mit dem Fuß gespielt oder zu spielen versucht nach einem absichtlichen Zuspiel eines Mitspielers mit dem Fuß zum Torhüter oder einem direkt zugespielten Einwurf eines Mitspielers.

 

Wagner: Wenn der Torhüter – nach einem Zuspiel mit dem Fuß oder einem Einwurf vom Mitspieler – den Ball eindeutig spielt oder zu spielen versucht, darf er nach einem missglückten Klärungsversuch den Ball auch in die Hand nehmen. Dies ist kein Vergehen, da eindeutig keine Absicht bestand, den Ball in die Hand zu nehmen.

 

Entscheidet sich der Schiedsrichter, einen Spieler zu verwarnen oder des Feldes zu verweisen, wird das Spiel erst nach Abschluss des Verfahrens für diese Disziplinarmaßnahme fortgesetzt. Es sei denn, das Team, das das Vergehen nicht begangen hat, führt den fälligen Freistoß schnell aus und kommt so zu einer klaren Torchance, ehe der Schiedsrichter mit dem Verfahren für die Disziplinarmaßnahmen begonnen hat. In diesem Fall wird die fällige persönliche Strafe bei der nächsten Spielunterbrechung ausgesprochen.

 

Wagner: Die schnelle Ausführung eines Freistoßes ist im Sinne des prinzipiellen Geistes der Regel: Eine Mannschaft, die von einer unfairen Attacke betroffen ist, soll einen möglichst großen Vorteil erhalten, und es soll gefördert werden, dass Tore fallen. Besonderheit: Hat ein Spieler eine offensichtliche Torchance vereitelt, wird er "nur" verwarnt und nicht des Feldes verwiesen, weil der Gegner den Angriff sofort fortgesetzt und die offensichtliche Torchance wiederbekommen hat. Das ist vergleichbar mit der Situation, dass der Schiedsrichter beim Vereiteln einer offensichtlichen Torchance auf Vorteil entscheidet. Auch hier gibt es "Gelb" statt "Rot".

 

Ein Spieler wird bei übertriebenem Torjubel verwarnt, selbst wenn das Tor aberkannt wird.

 

Wagner: Die Verwarnung behält ihre Gültigkeit, da das Fehlverhalten weiter Bestand hat, auch wenn die Ursache nicht mehr existent ist.

 

Wirft oder tritt ein Spieler, der auf oder abseits außerhalb des Spielfelds steht, einen Gegenstand (außer dem Spielball) auf bzw. gegen einen gegnerischen Spieler oder wirft oder tritt er einen Gegenstand (einschließlich des Balls) auf bzw. gegen einen gegnerischen Spieler, Auswechselspieler, ausgewechselten oder des Feldes verwiesenen Spieler, einen Teamoffiziellen, einen Spieloffiziellen oder den Spielball, wird das Spiel mit einem direkten Freistoß an der Stelle fortgesetzt, an der der Gegenstand die Person oder den Spielball getroffen hat oder hätte treffen sollen.

 

Wagner: Das Treten eines Gegenstands wird nun genauso behandelt wie das Werfen eines Gegenstands.

 

Regel 13: Freistöße

Der Ball ist auch bei Freistößen für die verteidigende Mannschaft im eigenen Strafraum im Spiel, wenn er mit dem Fuß gespielt wurde und sich eindeutig bewegt. Bis der Ball im Spiel ist, müssen sämtliche Gegner …

– einen Abstand von mindestens 9,15 Metern zum Ball einhalten,

– bei Freistößen innerhalb des gegnerischen Strafraums außerhalb des Strafraums stehen.

 

Wagner: Eine sinnvolle Neuerung. Tests haben gezeigt, dass das Spiel schneller und flüssiger wird, wenn der Ball bei einem Freistoß im eigenen Strafraum nicht erst im Spiel ist, wenn er den Strafraum verlassen hat. Diese Änderung wurde auch beim Abstoß vorgenommen (siehe Regel 16).

 

Bilden drei oder mehr Spieler des verteidigenden Teams eine Mauer, müssen alle Spieler des angreifenden Teams einen Abstand von mindestens einem Meter zur Mauer einhalten, bis der Ball im Spiel ist. Wenn ein Spieler des angreifenden Teams diesen Abstand bei der Aus­führung nicht einhält, wird ein indirekter Freistoß verhängt.

 

Wagner: Das meist unfaire Geschiebe und Gezerre bei der Bildung einer Mauer – die regeltechnisch erst ab drei verteidigenden Spielern als solche gilt – wird hiermit verhindert. Das fördert die schnellere Ausführung eines Freistoßes und macht es den Schiedsrichtern leichter.

 

Regel 14: Strafstoß

Bei der Ausführung des Strafstoßes muss sich der Torhüter mindestens mit einem Teil eines Fußes auf oder über der Torlinie befinden.

 

Wagner: Da der Schütze den Anlauf verzögern kann, ist es vertretbar, dass der Torhüter in Erwartung des Schusses einen Schritt machen darf und nur mit einem Fuß auf der Linie bleiben muss, bis der Strafstoß ausgeführt ist.

 

Regel 15: Einwurf

Alle Gegner müssen einen Abstand von mindestens zwei Metern zur Stelle auf der Seitenlinie einhalten, an der der Einwurf auszuführen ist.

 

Wagner: Damit wird dem Umstand Rechnung getragen, dass Spieler den Einwurf nicht immer direkt an der Seitenlinie ausführen, sondern oft ein Stück von ihr entfernt. Die geforderten zwei Meter Abstand werden also nicht zwischen den beiden Spielern gemessen, sondern von der Seitenlinie.

 

Regel 16: Abstoß

Der Ball ist im Spiel, wenn er mit dem Fuß gespielt wurde und sich eindeutig bewegt. Wenn ein Gegner, der sich bei der Ausführung des Abstoßes im Strafraum befindet, den Ball berührt oder einen Zweikampf um den Ball beginnt, wird der Abstoß wiederholt. Wenn sich bei der Ausführung eines Abstoßes noch Gegner im Strafraum befinden, weil sie keine Zeit hatten, den Strafraum zu verlassen, lässt der Schiedsrichter das Spiel weiterlaufen.

 

Wagner: Siehe Regel 13: Gegnerische Spieler müssen aber den Strafraum weiterhin vor dem Abstoß verlassen; es sei denn, sie bleiben passiv.

 

(Quelle: www.dfb.de)

Ausführliche Erläuterungen zu den Regeländerungen samt Zusatztext zum Handspiel findet man auch im SHFV-Downloadbereich.

Letzte Aktualisierung: 22/08/19 - 15:52:58